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ÖDP hat die Altlasten weiter im Visier

Pressebericht zur aktuellen Altlastensituation auf dem Landshuter Stadtgebiet

„Es ist völlig unklar, wie viele Altlastenfälle derzeit auf dem Stadtgebiet mit einem hohen Gefährdungspotential und mit entsprechender dringlicher Bearbeitung vorliegen“, sorgt sich ÖDP- Stadträtin Elke März-Granda.

Bei der letzten Behandlung im Umweltsenat im Juni 2020 wurde nur selektiv auf wenige Altlastenfälle Bezug genommen. Es fehlt nach wie vor eine umfangreiche Überprüfung der derzeit vakanten 764 Fälle.

Ähnlich wie beim BMI-Gelände hält es die ÖDP für dringend geboten, die Öffentlichkeit und die Betroffenen zu informieren, um sie vor einer möglichen Gesundheitsgefährdung zu bewahren. „Wir haben Sorge, dass von weiteren Altlastenfällen Umweltgefährdungen für das Grundwasser in der Umgebung ausgehen kann“, so ÖDP Stadtrat Stefan Dr. Müller-Kroehling.

Auch eine Bebauung auf Nachbargrundstücken in der Nähe von Altlastengrundstücken ohne umfassende vorherige Prüfung der Auswirkungen halten die Ökodemokraten für äußerst bedenklich. Es könnten wie beim BMI-Gelände durch eine Bauwasserhaltung weitere Schadstoffe freigesetzt und verteilt werden.

„Seit der letzten Berichterstattung im Jahr 2015 wurde der Stadtrat über die Altlastensituation nicht mehr informiert“, so die Politiker. „Bei über 700 Fällen ist das schon ein größeres Ding!“, so März-Granda. Die Stadträte fordern deshalb in einem Antrag einen aktuellen Sachstand zu den Altlastenfällen sowohl auf städtischen als auch auf privaten Flächen. Dabei soll unter anderem auch ausführlich dargestellt werden, welche Schadstoffe vorhanden sind und welche Schadstoffe, sich ähnlich wie PCB, über das Grundwasser ausbreiten können. Weiter soll über bestehende und neu hinzukommende Fälle und die noch erforderlichen Sanierungsmaßnahmen mit dem entsprechenden Zeithorizont informiert werden.

Auch beim ehemaligen BMI-Gelände sehen die Ökodemokraten weiteren Klärungsbedarf. Die Stadträte wollen beispielsweise wissen, ob für die Reinigung des mit PCB belasteten Grundwassers ausreichend Probenahmestellen vorhanden sind. „Wir wollen auch sicherstellen, dass durch das momentane Abpumpen von Grundwasser auf dem BMI-Gelände das Trinkwasser im Pumpwerk Siebensee dauerhaft geschützt wird“, so die Politiker. Der Trinkwasserbrunnen Siebensee versorgt die gesamte Stadt mit Trinkwasser. Diesbezüglich hat das Wasserwirtschaftsamt Landshut bereits im Februar weitere Untersuchungen wegen möglicher Auswirkungen auf den genutzten Tertiärbrunnen der Stadtwerke gefordert. Darüber hinaus soll laut dem aktuellen Antrag eine lückenlose Dokumentation über Fördermengen und Untersuchungsergebnisse des in den Mühlbach eingeleiteten Wassers vorgelegt werden. März-Granda und Müller-Kroehling sind sich sicher, dass man erst am Anfang stehe mit der Problematik der Altlasten auf dem Landshuter Stadtgebiet, und dass die Umweltvorsorge hier Vorrang genießen müsse vor der nachträglichen Schadensbegrenzung, die auch meistens deutlich teurer käme.

Foto: Klaus Leidorf


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