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MdEP Prof. Dr. Klaus Buchner (ÖDP) warnte vor den Gefahren durch Funkstrahlen

Buchner: „Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen“

Funkstrahlen sind ein umstrittenes Thema, mit dem sich der Physiker Professor Dr. Klaus Buchner, Mitglied des Europäischen Parlaments seit längerem beschäftigt. Er berichtet nun für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) bei seinem Vortrag in der vergangenen Woche vor einem vollen Saal im Gasthaus zur Insel vor allem über das Thema „5G“.

Prof. Buchner nannte Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Tinnitus oder Gedächtnisstörungen als mögliche Beschwerden infolge von zu vielen Funkstrahlen. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz, die Europäische Umweltagentur und die EU-Kommission mahnen daher zu einem zurückhaltenden Umgang mit den zahlreichen Geräten, die solche Strahlen erzeugen.

Doch nicht nur Handys und Mobilfunkmasten sind ein Problem, auch Schnurlostelefone, WLAN, Bluetooth oder der Behördenfunk Tetra senden schädliche Strahlen aus und können dadurch die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen.
Studien hätten die Schädlichkeit verschiedener Arten von Strahlen mittlerweile eindeutig belegt, warnt Prof. Buchner. Hohen Strahlenbelastung erhöht unter anderem die Anzahl der freien Radikale in den Zellen, die die Erbsubstanz im Körper angreifen. Verringerte Milchleistung der Kühe, Fruchtbarkeitsstörungen und erhöhte Zahlen von Missbildungen wurden bei Tieren nachgewiesen, deren Ställe sich in unmittelbarer Nähe von Funkmasten befinden.
„Beim Menschen, die längerfristig Funkstrahlen ausgesetzt sind, haben Studien die Steigerung der Krebsgefahr bewiesen, aber auch die Gefährdung der Föten von Schwangeren“, so der Europaabgeordnete. Laptops auf dem Schoß und Handys in der Hosentasche reduzierten die männliche Fruchtbarkeit.

Prof. Buchner betonte in seinem Vortrag, dass er den Menschen das Handy nicht verbieten wolle. Vielmehr setzt er sich für einen Mobilfunk ein, der die Menschen nicht belastet. Das sei technisch möglich. „Der Europarat schlägt einen Grenzwert von 100 Mikrowatt pro Quadratmeter vor, was ein Hunderttausendstel des derzeit in Deutschland gültigen Grenzwertes ist. Das reicht aus für ein funktionsfähiges Mobilfunknetz“, so der Europaabgeordnete. Denselben Grenzwert hat das EU- Parlament schon früher empfohlen. In Luxemburg und der Toskana gelten heute schon Grenzwerte, die weit unter den deutschen liegen. Die Kosten für die Umstellung waren dort so gering, dass sie die Wirtschaftlichkeit des Betriebs nicht beeinträchtigt haben.

Um die Gefahren durch Funkstrahlen zu verringern, rät Prof. Buchner dazu, beim Telefonieren Headsets zu benutzen und Handygespräche nur bei gutem Empfang zu führen. „Das Mobiltelefon sollte nicht angeschaltet in der Hosentasche mitgeführt werden“, empfiehlt der ÖDP-Politiker. Im Auto sollte man das Gerät ausschalten. Den Gebrauch von Schnurlostelefonen in Wohnungen und Büros sollte man möglichst ganz vermeiden.

Die mittlerweile stark verbreiteten Heizungszähler in Mehrfamilienhäusern senden zwar nur schwach, direkt neben dem Bett angebracht, sind sie allerdings sehr problematisch. Sie strahlen in der Nacht und verhindern viele wichtige Regenerationsvorgänge im Körper. „Der Zähler funkt alle paar Sekunden, nicht nur bei der Ablesung“, erklärte Buchner.

Vor allem die „5. Generation“ des Internets 5G ist noch problematischer als ihre Vorgänger. Meistens hat man noch höhere Strahlungsintensitäten. Für die selbstfahrenden Autos sind entlang aller Straßen Funkstationen im Abstand von 100 bis einigen 100 Metern geplant, die eng gebündelte Strahlen großer Intensität senden. Dadurch wird die Strahlenbelastung erheblich ansteigen. Außerdem ist mit 5G eine weitgehende Überwachung auch der Privatsphäre möglich. Vernetzte Haushaltsgeräte verstrahlen den Wohnraum und senden persönliche Daten an Unternehmen und Datenhändler.

Die Gefährdung von 5G sei wissenschaftlich erwiesen, so der Europapolitiker der ÖDP. In der Bevölkerung sind die negativen Auswirkungen vielfach noch zu wenig bekannt, mancherorts wurden aber bereits der 5G-Ausbau von den Bürgern erfolgreich verhindert, so in manchen Schweizer Kantonen.

„Es gibt eine Alternative zu dieser Strahlenbelastung durch 5G. Durch Lichttechnik oder Infrarot können gleich hohe Frequenzen erzeugt werden, aber ohne Gesundheitsschäden“, klärte Buchner die Zuhörer auf.

Prof. Dr. Klaus Buchner war von 2003 bis 2010 Bundesvorsitzender der Ökologisch- Demokratischen Partei (ÖDP). Bei der Europawahl im Mai 2014 wurde der Münchner ins Europäische Parlament gewählt, bei der Europawahl 2019 wurde er wiedergewählt. Er ist Mitglied der Fraktion Grüne/Europäische Freie Allianz.


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