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Büßen und Beten?

Als staatlichen Feiertag hat man ihn vor Jahren gestrichen; begangen wird er seitdem nur noch von ehrlich überzeugten evangelischen Christen (und von ein paar besonders ökumenisch gesinnten Katholiken): Der Buß- und Bettag. Ich finde, dass die Grundidee dieses Tages für uns alle, auch für Agnostiker und Atheisten, hilfreich ist. Es geht bei der „Buße“ ja vor allem um das Nachdenken, ob man wirklich auf dem richtigen Weg ist, ob nicht dringende Korrektur nötig und Selbstkritik am Platz wäre. Auch für das „Beten“ muss man nicht unbedingt sehr gläubig sein: Es ist so offensichtlich, dass es nicht in unserer individuellen Macht steht, das Böse aufzuhalten, das Gute zur Herrschaft zu bringen und humane Fortschritte zu tun. Wir sind immer auf andere Menschen angewiesen, auf günstige Umstände, auf förderliche Strukturen. Das alles „herzustellen“ übersteigt unsere Möglichkeiten. Für mich ist jedes Nachdenken über Besserung, jedes ernsthafte Wünschen, auch jede entsetzte Klage und jede ehrliche Trauer ein Gebet – auch wenn es sich nur an mich selbst und nur an die für mir erreichbaren Menschen richtet. Wer eine Ahnung von Gott hat, kann und wird natürlich anders beten. Aber aktiv trauern, Korrekturen vornehmen und Pläne zur Besserung der Verhältnisse schmieden - das können alle. 


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