Antrag auf Stopp eines Ausbaus des Erdgasnetzes für Neubaugebiete

Wegen der Klimaschutzziele sowie fehlender Wirtschaftlichkeit soll nicht weiter mit öffentlichem Geld und dem Geld Unbeteiligter in die fossile Infrastruktur investiert werden.

Helmut Lackermeier, 84030 Ergolding

Markt Ergolding

1. BGM Andreas Strauß

Lindenstr. 25

84030 Ergolding

Ergolding, 07.12.2019

 

Antrag auf Stopp eines Ausbaus des Erdgasnetzes für Neubaugebiete

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herrn Marktgemeinderäte.

 

Hiermit stelle ich folgenden Antrag:

Für das Baugebiet Schreinerfeld III sowie alle folgenden Baugebiete in der Marktgemeinde Ergolding soll auf die Erschließung mit Erdgas verzichtet werden.

 

Begründung:

·         Der Anteil der Neubauten, die als Energiequelle Gas verwenden, ist 2018 deutlich gesunken. In Hinblick auf die beschlossene CO2 Bepreisung ab 2021 auch für Heizenergieträger, und die Steigerung dieser Bepreisung in den folgenden Jahren, werden sich voraussichtlich zukünftig noch deutlich mehr Bauherren gegen eine Gasheizung entscheiden.

·         Das Klimaschutzgesetzt sieht vor, Treibhausgasneutralität bis 2050 als langfristiges Ziel zu verfolgen. Dies bedeutet auch das Ende von Erdgas bis in 30 Jahren. Neue Technologien wie Power-to-gas werden voraussichtlich nur einen Bruchteil des heutigen Bedarfs an Gas decken können. Daher ist es nicht sinnvoll, das Erdgasnetz weiter auszubauen.

·         Speziell der Anschluss des Baugebietes Schreinerfeld III ist aufwändig, da sich keine Erdgasleitung in der näheren Umgebung befindet. Zur Amortisation einer neuen Leitung sind keine Zahlen bekannt. Bei Nichtrentabilität des Projektes fällt dies vermutlich auch auf die Gemeinde zurück, die Mitanteilseigner an der EVE ist. Sollte hingegen die Erschließung auf alle Grundstückseigner umgelegt werden, wird der Baugrund unnötig verteuert.

·         Durch die Verwendung von Erdgas begibt man sich langfristig in die Abhängigkeit anderer Nationen und geopolitischer Konflikte. Durch den Einsatz regenerativer Energiequellen hingegen ist man davon unabhängig und kann zudem die regionale Wertschöpfung erhöhen.

·         Der Anteil fossiler Energieträger in der Marktgemeinde Ergolding ist hoch im Vergleich zu Nachbarkommunen. So schaffte es Furth bereits 2015, mehr als 80 % des Stromverbrauchs und mehr als 80 % des Wärmebedarfs regenerativ lokal zu erzeugen. Mit einem Ausbau des Erdgasnetzes wird Ergolding in dieser Hinsicht noch weiter abgehängt werden. Sofern es Bauherren gibt, die sich für eine Gasheizung entscheiden.

·         Der Häuslebauer von Heute möchte unabhängig vom Energieversorger sein. Der Gaspreis liegt zwar aktuell bei nur ca. 5 Cent pro kWh, langfristig muss jedoch mit deutlichen Preissteigerungen gerechnet werden.

·         Ein Beispiel zur Umweltbilanz: Mehr als 60% der CO2-Austoße privater Haushalte wird beim Heizen verursacht. Bei einen Vergleich zur Wärmepumpe stößt ein Gasbrennwertkessel      250 g  CO2 pro kWh aus und eine Wärmepumpe nur 150 g pro Kilowattstunde (beim aktuellen Strommix).

 

Mit freundlichem Gruß

Helmut Lackermeier


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