Dr. Thurmaier fordert Umdenken in der Verkehrspolitiködp-Landtagskandidat bei Ortstermin an der B 15neu Ein Umdenken in der Verkehrspolitik ist eine der Forderungen, mit denen Dr. Christian Thurmaier als Landtagskandidat für die ödp in Landshut antritt. Anlässlich einer Ortsbesichtigung in Ohu machte er sich dafür stark von Großprojekten Abstand zu nehmen und setzt sich für eine verantwortliche Verkehrspolitik in Stadt und Land ein. Transrapid, die dritte Startbahn am Münchener Flughafen, der geplante Donauausbau und auch die Planung der B 15neu bezeichnete er als unsinnige Großprojekte, von denen man angesichts drängender Probleme im Klimaschutz Abstand nehmen solle. Im Gespräch mit Herbert Parusel vom örtlichen Bund Naturschutz, Marktgemeinderat Winfried Wiesnet, Martin Heimerl als Vertreter des ödp-Ortsverbandes sowie Peter Keil vom Fahrgastverband „pro bahn e.V.“ ging man auf die Probleme der geplanten B 15neu vor Ort ein. Herbert Parusel erläuterte den geplanten Trassenverlauf, der östlich der Wolfgangskirche auf die Ortschaft Ohu zuläuft und nach Unterquerung der Autobahn und der Bahngleise die B11 zwischen Ohu und Ohu-Siedlung schneidet ehe die Trasse – wieder ansteigend – die Isar überquert und die Hangleiten auf der gegenüberliegen Isarseite mittels Tunnel queren soll. Parusel beschrieb den enormen Flächenverbrauch, der durch den Autobahnanschluss mittels Kleeblattkreuz geplant sei. Marktgemeinderat Wiesnet wies darauf hin, dass kein Anschluss an die Bundesstrasse 11 geplant sei. „Somit haben unsere Bürgerinnen und Bürger nur den Lärm und die Abgase, aber selber keinen Vorteil von dem geplanten Ausbau“, kritisierte er die Planung. Somit sei sicherlich auch nur wenig Entlastung für den Verkehrsstrom durch Essenbach zu erwarten. In Pfeffenhausen, Geisenhausen und Vilsbiburg hätte man da wesentliche bessere Lösungen gefunden. Dr. Thurmaier wies auf die Gesamtproblematik hin. Durch den autobahnähnlichen Ausbau – mit zwei Fahrspuren in jede Richtung und baulicher Trennung von der Gegenfahrbahn mindestens 25m breit – sei trotz Einhausung und Tunnel mit erheblichen Emissionen zu rechnen. Er prognostiziert, dass bei Realisierung des Projektes die Feinstaubbelastung erheblich ansteigen werde. „Auch muss mit erhöhter Lärmbelästigung durch das bei der Isarquerung ansteigende Gelände gerechnet werden“, warnt er vor dem Ausbau. Er setzt daher auf den Dreischritt: „Verkehr vermeiden, Verkehr verlagern und intelligente Verkehrssteuerung“. Nur auf diese Weise seien die von der Bundesregierung ausgegebenen Ziele hinsichtlich des Klimaschutzes zu verwirklichen. Der Vertreter des ödp-Ortsverbandes Martin Heimerl ging dann auf die Verkehrszählung hin, die ein deutliches Bild zeichne. „Die vorliegenden Zahlen – fünftausend Fahrzeuge pro Tag in Neufahrn und achtzehntausend an der Harlanderbrücke in Landshut - machen deutlich, dass es sich bei den Verkehrsströmen vorwiegend um so genannten Ziel- und Quellverkehr handelt. Eine Straße, die mehrere Kilometer an der Stadt Landshut vorbeiführt, entlastet die bestehende Verbindung in die Stadt kaum“, ist er sich sicher. Peter Keil, der als Vertreter von pro bahn e.V. an dem Gespräch teilnahm, forderte ähnlich wie der Landtagskandidat Dr. Christian Thurmaier eine Verlagerung von Verkehrströmen auf die Schiene. Dazu sei ein Ausbau der bestehenden Bahnverbindungen in der Region sicherlich notwendig, der dabei entstehende Flächenverbrauch jedoch deutlich geringer. Ebenso sei dies bezüglich der Emissionen eine wesentlich geringere Belastung für Mensch und Natur. Abschließend ging Dr. Thurmaier auf die Auswirkungen hinsichtlich des Naturschutzes ein. Er bedauerte, dass durch einen weiteren Eingriff bestehende verbundene Naturräume und die wertvolle niederbayerische Kulturlandschaft zerstört werden. Kleintiere sind kaum in der Lage die breiten Fahrwege zu kreuzen. „In einer zerschnittenen Landschaft kann sich keine Artenvielfalt halten – eine Verarmung unserer Umwelt geht mit diesem Projekt einher.“
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