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Schöner Wohnen für das Niederwild

Oberwattenbach. Auf Einladung des ÖDP-Ortsverbandes Essenbach kam der für den Bezirk Niederbayern zuständige Wildlebensraumberater, Hans Laumer, in das Bachtalstüberl. Er informierte die Zuhörer, unter ihnen viele Jagdgenossen und Jäger, über zahlreiche Möglichkeiten, um bessere Lebensbedingungen für das Niederwild zu schaffen.

Ursprünglich war das bayernweite Projekt "Wildlebensraumberatung in Bayern" für zwei Jahre gedacht. Aufgrund der vielen Verbesserungsmaßnahmen in der heimischen Flur, die bereits nach zweijähriger Laufzeit des Pilotprojektes, sichtbar wurden, ging das Vorhaben in die Verlängerung. Hans Laumer, selbst Landwirt und Jäger, schaffte es mühelos, die interessierte Zuhörerschaft für seine Anliegen zu begeistern.

Landwirte und Grundstücksbesitzer könnten mit der Schaffung von Feldrandstreifen mit einer maximalen Breite von 20 Metern viel Gutes tun. So sei zum einen mit der Ansaat einer Blühmischung am Feldrand den heimischen Insekten und Bienen gedient, und gleichzeitig habe der erholungssuchende Mensch seine wahre Freude an der Blütenpracht. Auch Pufferstreifen an Gewässern würden die Lebensbedingungen für das Niederwild optimal verbessern. Da Feldränder, die unmittelbar an einen Wald anliegen, oft verschattet sind, würden sich diese Grenzertragsstandorte gut für eine Verbesserung der Lebensbedingungen für Rebhuhn und Fasan eignen. Für das Wild wäre der Nutzen als Äsung und Brutplatz von hohem Vorteil. "Mit solchen einfachen Maßnahmen könnt ihr Landwirte der Natur Gutes tun und als Nebeneffekt Imagepflege für die Landwirtschaft betreiben ", so der Referent. Seit dem Wegfall der gesetzlichen Flächenstilllegung im Jahr 2009 seien die Niederwildbestände deutlich zurückgegangen. Mit dem Liegenlassen einer Brachfläche könnte der Schwund gebremst werden. Dafür müsse ein Schlag von mindestens eintausend Quadratmetern zur Verfügung stehen. Es sei dafür keine Mindest- oder Höchstbreite vorgeschrieben. Laumer forderte die Landwirte und Jäger auf, in den eigenen Maisflächen Bejagungsschneisen für Wildschweine freizuhalten. Wenn diese im 45 Grad Winkel zu den Maisreihen angelegt werden, könne man vom optimalen Jagderfolg profitieren. Das Maisfeld werde somit als Lebensraum aufgewertet, und biete dem Niederwild Platz, um sich in den Bejagungsschneisen zu sonnen, vom Regen zu trocknen und falls Gefahr jeglicher Art drohe, ist die Deckung der dichten Maisreihen nicht weit.

Eine weitere wichtige Verbeserungsmaßnahme sei der Anbau von artenreichen Winterzwischenfrüchten. Dadurch werde das Feld vor Erosion geschützt, der Wasserhaushalt könne sich stabilisieren und wenn die Rehe Äsung finden, gehe auch der Verbissdruck im Wald zurück. Damit das Reh im Wald weniger Schaden mache, müsse es mit einem vollen Magen in den Wald zurückkehren, betonte der Fachmann. Desweiteren warb Laumer für die Pflege von Hecken, und dort, wo diese ganz aus den Fluren verschwundnen sind, sollten unbedingt neue Hecken und Feldgehölze angelegt werden. Auch Streuobstwiesen seien ein wichtiger Lebensraum, gab Laumer zu bedenken.

Renate Hanglberger, stellvertretende Ortsvorsitzende, bedankte sich mit einem Glas Honig aus der Wattenbacher Flur bei Herrn Laumer für seinen engagierten und mit vielen Bildern untermauerten, kurzweiligen Vortrag.


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