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Keine weitere Zersiedelung unserer Heimat - Hochwasserschutz endlich ernst nehmen

ÖDP-Antrag wird kontrovers diskutiert

Essenbach. ÖDP-Franktionsvorsitzende Renate Hanglberger kritisierte in der letzten Marktgemeinderatssitzung (Dienstag, 08. November 2016) die von CSU Finanzminister Söder eingebrachte Lockerung des Anbindegebotes für Gewerbebauten im Landesentwicklungsprogramm (LEP). "Die von Herrn Söder und der CSU-Staatsregierung vorgesehene Verwässerung des Anbindegebots wird zu einer Ansammlung von Scheußlichkeiten entlang der Autobahnen unseres schönen Bayern führen und zu einem Siedlungsbrei, wie man ihn aus europäischen Nachbarländern kennt", so Hanglberger.

Das Anbindegebot besagte bisher, dass Gewerbegebiete an bestehende Siedlungen anzugliedern sind und außerhalb von Ortschaften nicht willkürlich auf der grünen Wiese ausgewiesen werden können. „Diese Regelung gab es bisher aus gutem Grund: Sie hatte das landesplanerische Ziel, die lebendige Vielfalt der Landschaften und den erlebbaren Wechsel von offenen Flächen und Siedlungen zu bewahren“, so Hanglberger. Nach Ansicht der ÖDP müsse diese Vielfalt auch weiterhin vor Zersiedlung und beliebig angeordneten Gewerbearealen bewahrt werden. Hanglberger bezieht sich dabei ausdrücklich auf den ehemaligen Landtagspräsidenten Johann Böhm (CSU), der als Präsident des Landesvereins für Heimatpflege wiederholt vor problematischen Zersiedlungen wie in Oberitalien warnte.

Die ÖDP-Franktionsvorsitzende warf auch die Frage auf, ob mit dem neuen Landesentwicklungsprogramm (LEP) das 2003 gegründete Bündnis zum Flächensparen außer Kraft gesetzt werde und ob das neue LEP überhaupt noch mit der Verfassung vereinbar sei, die uns zum sparsamen Umgang mit Ressourcen und Naturgütern verpflichtet. Angesichts von immer häufiger wiederkehrenden Hochwasserkatastrophen sei außerdem die Flächenentsiegelung das Gebot der Stunde. „Jede weitere zubetonierte Fläche trägt beim nächsten Hochwasser zur Verschlimmerung der Lage bei. Die Aufgabe der Politik kann daher nicht sein, dies auch noch zu erleichtern.

"Auch wenn unser Antrag nicht die notwendige Mehrheit erhalten hat, werden wir uns weiterhin für die Beibehaltung der bisherigen Regeln zum Anbindegebot einsetzen", so Hanglberger.

 

 

 


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