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Grundwasserschutz fängt beim Boden an

Essenbach/Ohu. Auf Einladung des ÖDP-Ortsverbandes sprach Otto Feldmeier aus Ottending über unsere Lebensgrundlage: sauberes Wasser und gesunder Boden.

Beide Güter bedingen einander und sind untrennbar miteinander verbunden. Er zeigte mögliche Lösungsansätze auf, wie es gelingen kann, auch in Zeiten des Klimawandels, diese natürlichen Resourcen zu schützen.

Die Natur habe ihre Eigenheiten. Schon immer habe esÜberschwemmungen und auch trockene Sommer gegeben. Jedoch steige in den letzten Jahren die Häufigkeit dieser Extremereignisse sprunghaft an. Feldmeier erinnerte an die großen Fluten in den Jahren 1999, 2002, 2005 und 2013. Allein im Großraum Deggendorf betrug der Hochwasserschaden 1,3 Milliarden Euro.

Bei starken Regenfällen müsse die Donau das gesamte Überwasser aus ihrem großen Einzugsgebiet aufnehmen. Als Ursprungsgebiete des Hochwassers rund um die Donau bezeichnete Feldmeier die kleinen Bäche und deren Verästelungen. Die Flüße, Gräben und Bäche seien die Ableitungsstrecken des Wassers.

Maßgeblich sei es, die bisherige, schnelle Ablaufgeschwindigkeit zu drosseln. Damit wäre ein wichiges Ziel, die Entzerrung der Scheitelwelle, zu erreichen.

Bereits im Jahr 1920 wurde ein Gesetz zur Verpflichtung von Drainagen im Isarmoos erlassen. Darauf folgte die Regulierung der Isar mit der Eindeichung. "Es bringt nichts, die Gräben im Moos immer tiefer zu legen, damit das Wasser noch schneller ablaufen kann", betonte Feldmeier. Vielmehr müsse der Boden fit gemacht werden, um wieder mehr Wasser speichern zu können. Unser Boden sei nämlich der wichtigste Wasser-Speicher. Daher ist ein sorgsamer Umgang mit unserer Lebensgrundlage, dem Boden, unumgänglich.

Der Referent wies auch auf die Wichtigkeit der Grundwasserneubildung hin. Wenn der Boden zu trocken sei, könne er diese elementare Aufgabe nicht erfüllen. Feldmeier legt großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten. "Nur mit den Bauern gemeinsam könne es hier zielführende Lösungen geben", erklärte Feldmeier. Renate Hanglberger, Bäuerin aus Oberwattenbach, berichtete den interessierten Zuhörern, wie auf ihrem Hof mit dem Einsatz von Pflanzenkohle, Steinmehl und effektiven Mikroorganismen der hofeigene Dünger aufgewertet werde. Mit dieser Maßnahme werde die Düngewirkung deutlich verbessert und es könne gezielt Humus aufgebaut und die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens verbessert werden.

Der Ortsvorsitzende, Stefan Zellner, wies auf die enorme Flächen-versiegelung hin. "Insofern ist es hart, mitansehen zu müssen, wie durch den Bau der Autobahn, B 15 Neu, wertvolle Flächen in meiner Heimatgemeinde für immer zerstört werden". Zellner bedankte sich bei Otto Feldmeier für seinen informativen und engagierten Vortrag. Es wurde anschließend  lebhaft über die aufgezeigten Möglichkeiten und Chancen diskutiert.

Von links nach rechts: Stellv. Orstvorsitzende Renate Hanglberger, Ortsvorsitzender Stefan Zeller, Referent Otto Feldmeier

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