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Schwarze Erde selbst gemacht

Auf Einladung des ÖDP-Ortsverbandes Essenbach kam Hans Söhl in das Gasthaus Luginger. Er informierte über den vielfältigen Einsatz von Holzkohle im Garten und in der Landwirtschaft.

Die fruchtbaren Böden im südamerikanischen Amazonasgebiet sind vor 500 bis 7000 Jahren entstanden. Die Siedler dieses Gebietes erhöhten die Produktivität der von Natur aus extrem armen Böden durch eine Mischung aus organischen Abfällen, Holzkohle und den Fäkalien von Mensch und Tier. Immer mehr Wissenschaftler versuchen derzeit, die Bodenbildung dieser Schwarzerde nachzuvollziehen. Der Humusgehalt unserer bayerischen Ackerkrume  beträgt im Durchschnitt circa 2 Prozent. Bedenkt man, dass durch Starkregenfälle und durch Winderosion jährlich Tonnen  fruchtbarer Erde von den Feldern verschwinden, so sei es absolut notwendig dem Humusaufbau mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Jeder Gartenbesitzer und Landwirt könne dies in die Tat umsetzen. Mit dem Einbringen von Holzkohle in den Boden  könne auch das CO 2 - Problem gelöst werden. Im Humus werde das klimaschädliche Kohlendioxid auf natürliche Weise gebunden, so Hans Söhl.

Die Herstellung von sauberer Holzkohle sei eine Fruchtbarkeit steigernde Tätigkeit zum Wohle der Menschen. Bereits mit einer herkömmlichen Blechbüchse lasse sich im heimischen Kachelofen Holzkohle erzeugen. Es werden auch verschiedene Pyrolyse-Öfen zur Herstellung von Holzkohle angeboten. Die regenerative Energieerzeugung mit dem Holzvergaser sei optimal um neben Strom und Wärme die anfallende Holzkohle als Basis für besten Humus zu verwenden. Die Kohle sei porös wie ein Schwamm und dauerhaft strukturstabil. Durch die große Oberfläche werde auch Sauerstoff mit der Kohle in den Boden eingebracht. Gleichzeitig diene die Kohle als Wohnung für nützliche Bakterien, Pilze und Algen. Kohle zusammen mit fermentierten Mikroargansimen binde Nährstoffe in der Gülle während der Lagerung und mache sie bei Bedarf wieder pflanzenverfügbar. So werde die volle Ausnutzung des Düngepotentials erreicht. Eine so behandelte Gülle vermindere die Geruchsbelästigung, die Ätzwirkung lässt nach und trägt so wesentlich zum Humusaufbau bei.

Auch für die Grünlandpflege und den Gewässerschutz sei die Anwendung von Holz- oder Pflanzenkohle in der Gülle eine sinnvolle Ergänzung.

Der von Söhl mitgebrachte Wurmkomposter wurde regelrecht belagert. Auf anschauliche Weise konnte gezeigt werden, wie einfach es ist, wertvollen Humus für den Eigengebrauch zu produzieren.

Die stellvertretende Ortsvorsitzende, Renate Hanglberger, bedankte sich bei Hans Söhl für den informativen Vortrag. „Uns als ÖDP ist es wichtig nicht nur auf bestehende Probleme hinzuweisen, sondern immer wieder neue Denkansätze und Lösungen vorzustellen.“, so Hanglberger. 

Stellvertretende Ortsvorsitzende Renate Hanglberger und Hans Söhl aus St. Wolfgang

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