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Mehr Lebensqualität vor der Haustüre

Landshut bekommt eine Freiflächengestaltungssatzung - Plenum stimmt einstimmig für den ÖDP Antrag

Wir alle haben den Klimawandel in den letzten Monaten hautnah erlebt. Hitze, endlose Trockenheit, Ernteausfälle, leere Flüsse, sterbende Bäume, brennende Moore und vertrocknende Wälder. „In einer Stadt wie Landshut mit dicht bebauten und weitgehend versiegelten Bereichen kühlt sich die Luft über Nacht kaum noch ab. Die Nachttemperaturen sind in Städten bis zu zehn Grad höher als auf dem Land“, erläutert die ÖDP-Stadträtin Elke März-Granda. Wir haben mit Hitzeinseln zu kämpfen. Je mehr Versiegelung, desto weniger Grün, desto verheerender sind die Auswirkungen der Hitzeinseln, die sich in der Stadt bilden. Besonders ältere Menschen und kleine Kinder haben zunehmend gesundheitliche Probleme und leiden unter dieser großen Hitze.

„Landshut ist dieser Herausforderung bisher in keiner Weise gewachsen“, kritisiert sie.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde einer klimagerechten Bauleitplanung viel zu wenig Beachtung geschenkt, ist die Stadträtin der Auffassung. „Insgesamt wurde zu wenig begrünt und zu viel versiegelt“, moniert März-Granda.

„Momentan steht die Schaffung von Wohnraum in Landshut an oberster Stelle in der Stadtplanung. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass die vielen Bewohner auch Erholungsräume mit ausreichend Grün vor ihrer Haustüre brauchen. Dafür soll eine Freiflächengestaltungssatzung einen verbindlichen Rahmen schaffen“, so die Politikerin.

„Je intensiver der Ruf nach weiterer Verdichtung beim Bauen ertönt, umso gefährdeter sind gleichzeitig die noch bestehenden innerstädtischen Naturräume“, mahnt die Stadträtin. Ihrer Ansicht nach müssen weitere Grünflächen ausgewiesen werden, wenn die Einwohnerzahl Landshuts steigt und neue Baugebiete entstehen. Gerade bei größeren Freiflächen, wie Parkplätze und Flachdächer, seien Vorgaben für die Begrünung zielführend. So können “Steinwüsten” vermieden, der Versiegelungsgrad der Fläche reduziert und die Lebensqualität erhöht werden.

Im Gegensatz zu anderen Städten, wie etwa München oder Lindau, hat Landshut keine einheitlichen Standards bei der Gestaltung von Freiflächen. Dies zeigten die Diskussionen im Bausenat, in dem auch März-Granda sitzt. „Bei jedem Bauvorhaben wird bisher nach den Vorgaben des Planers oder nach Ermessen entschieden, wie die Freiflächen zu gestalten sind“, so die Stadträtin. Deshalb sollten ihrer Meinung nach endlich verbindliche Mindeststandards bei der Gestaltung von Freiflächen definiert werden, die dann für jedes Bauvorhaben gelten. Damit werden alle Bauherren gleichbehandelt und es werde auch Rechtssicherheit für den Bauwerber geschaffen.

„Eine eigene Freiflächengestaltungssatzung kann gute Dienste leisten und trotz verstärkten verdichteten Bauens die Qualität der Freiflächen erhalten und eine hochwertige Begrünung der Baugrundstücke sichern“, erläutert die Stadträtin.

Nachfolgend ein paar Beispiele im Vergleich ohne und mit Begrünung.


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