„Landshut-Becher“- ein Kaffeebecher für den Klimaschutz

Antrag von ÖDP-Stadträtin Elke März-Granda

Antrag:

1. Gemeinsam mit dem Amt für Stadtmarketing, dem Fachbereich Abfallwirtschaft/Umweltschutz und dem Klimaschutzmanagement wird eine Kampagne gestartet, um das MehrwegPfandsystems für den Coffee-to-go-Becher „reCup“ in der Stadt Landshut zu bewerben. Dabei sollen für den „Landshut-Becher“ möglichst viele Partner gefunden werden.
2. Stadteigene Kantinen und Einrichtungen sollen, falls noch kein Pfandsystem vorhanden ist, den „Landshut-Becher“ einführen.
3. Der „Landshut-Becher“ soll auch bei künftigen Veranstaltungen im Stadtgebiet anstelle von Einwegbechern zum Einsatz kommen.
4. Die Kampagne kann auch an eine Testlaufzeit gekoppelt werden.

Begründung:

Laut der Deutschen Umwelthilfe werden in Deutschland pro Stunde ca. 320.000 Coffee-to-go Becher weggeworfen. Pro Jahr sind das fast drei Milliarden Becher. Deutschlandweit würden für deren Herstellung beispielsweise ca. 29.000 Tonnen Papier (oder 43.000 Bäume), 3000 Tonnen Rohöl und 1,5 Mrd. Liter Wasser pro Jahr benötigt. Dies entspricht dem Wasserjahresverbrauch von 32.000 Menschen, der CO2- Ausstoß pro Jahr beläuft sich auf 110.000 Tonnen. Auf die Stadt Landshut übertragen, wären das ca. 6700 Becher pro Tag und in der Summe ca. 2,5 Millionen Einwegbecher pro Jahr. Nach gerade mal 15 Minuten landet der Einwegbecher in Müll oder wird achtlos in Grünanlagen oder am Straßenrand entsorgt. Die Becher sind auf Grund ihres Verbundwerkstoffes vom Recycling her problematisch und müssen in der Regel verbrannt werden.

Durch ein Mehrwegsystem für Kaffeebecher könnten Ressourcen für die Herstellung von Einwegverpackungen eingespart und Müll vermieden werden. Gleichzeitig wird ein großer Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Neben der Müllvermeidung und dem schonenden Umgang unserer natürlichen Lebensgrundlagen, ist der „Landshut-Becher“ mit einem Landshut-Motiv positiv für das Stadtmarketing.

Das in Süddeutschland am weitesten verbreitete Pfandsystem ist das ReCup-Pfandsystem. Es wurde u.a. in Rosenheim, Wasserburg, Freising, Straubing und München bereits erfolgreich initiiert. Mittlerweile beteiligen sich deutschlandweit rund 1400 Partner am ReCup-Pfandsystem.

Das Prinzip ist sehr einfach: Kaffeetrinker zahlen künftig einen Euro Pfand für den "Landshut-Becher" und können ihn anschließend bei allen am System teilnehmenden Cafés, Bäckereien und Geschäften – nicht nur in Landshut, sondern in ganz Deutschland - wieder abgeben. Folglich ist dies „Landshut-Becher“ gerade für Pendlern/-innen ausgesprochen praktisch. In der Stadt gibt es bereits zwei Geschäfte, die ReCup-Becher anbieten.

Der Becher wird anschließend gespült und kann für den nächsten Kaffee wiederverwendet werden. Insgesamt kann der Becher mindestens für 500 Spülgänge genutzt werden. Die ReCup-Becher sind aus Polypropylen (PP) und damit geschmacksneutral, lebensmittelecht, BPA-frei und spülmaschinenfest. Die Becher sind frei von Weichmachern und Schadstoffen, die sich durch Heißgetränke lösen könnten. Darüber hinaus werden sie in Deutschland produziert und sind zu 100 Prozent recycelbar: Wenn sie kaputt oder nicht mehr nutzbar sind, können diese von den Geschäften kostenlos an ReCup zurückgesendet werden, damit sie weiterverwertet werden können.

Landshut kann damit schon jetzt auf das drohende Plastikverbot der EU reagieren, zum Abfallvermeidungskonzept der Stadt beitragen und der Vermüllung unserer Landschaft entgegenwirken.


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